Das Vorstellungsgespräch für das Global Outperformer Program bei Hilti begann mit einer kurzen Vorstellungsrunde, bei der alle Teilnehmenden sich gegenseitig kennenlernten. Jeder stellte sich vor und gab einen Überblick über seine Person, seinen beruflichen Hintergrund und seine Hobbys. Anschließend folgte meine eigene Vorstellung, die ich in derselben Struktur wie die anderen gestaltete. Ich erzählte also, wer ich bin, was ich beruflich mache und was meine Hobbys sind.
Nach den Vorstellungen begann das eigentliche Gespräch, das insgesamt eine Stunde dauerte. Der Fokus lag hierbei ausschließlich auf Personal-Fit-Fragen. Das bedeutet, es ging vor allem darum, herauszufinden, welche Art von Mensch ich bin, wie ich denke und handle, und ob meine Persönlichkeit gut zu der Unternehmenskultur und den Werten von Hilti passt.
Mit dem Bestehen dieses Interviews wurde ich 2 Tage später zum Business Case und zum Interview mit dem Country CEO eingeladen, welches ich dann schliesslich absagte.
Obwohl beide Interviewer aus dem HR sehr nett waren, empfand ich die Art der Fragen als problematisch. Es wurden hauptsächlich Fragen gestellt wie “Fühlst du mich?” und “Spürst du mich?”, die sehr stark auf soziale Antworten abzielten. Die Antworten auf diese Fragen sind grundsätzlich sehr einfach und beinhalten meistens Aussagen darüber, dass alle nett und lieb sind, jeder seine Stärken hat, und wie man damit umgeht – also typische sozial akzeptierte Antworten.
Zudem hatte ich nicht den Eindruck, dass Hilti tatsächlich nach Outperformern sucht. Outperformer assoziiere ich mit Höchstleistung und außergewöhnlichen Fähigkeiten. Es schien vielmehr darum zu gehen, Personen zu finden, die in diese fast schon sektenartigen Vorstellungsgespräche hineinpassen. Ich hatte überhaupt nicht das Gefühl, dass sie die besten Leute nehmen und fördern möchten, sondern eher solche, die sich gut in die vorgegebene soziale Struktur einfügen.